Unser Konzept

Wir unterstützen Menschen in Bildungseinrichtungen dabei, Sensibilisierung für Anti-Diskriminierung zu schaffen. Als queere Jugendorganisation liegt der Fokus von Lambda BB auf geschlechtlicher und sexueller Vielfalt. Da wir intersektional arbeiten, ist uns Mehrfachdiskriminierung ein wichtiges Anliegen, das wir stets in unserer Arbeit reflektieren.

Das Besondere an unserem Projekt ist, dass wir nach dem Peer-to-Peer Ansatz arbeiten. Das bedeutet, dass junge Menschen von jungen Menschen lernen. Dieser Ansatz ist vor allem in der präventiven Gesundheits- und Sexualerziehung etabliert. Arbeitsschwerpunkt des Sensibilisierungs- und Empowermentprojekts ist es, einerseits mehr Geschlechtergerechtigkeit und Akzeptanz sexueller, romantischer und geschlechtlicher Vielfalt in die Schule zu bringen und den Einsatz gegen Homo-, Bi-, Trans* und Inter* Diskriminierung für und mit Jugendlichen entscheidend voranzubringen. Andererseits will das Projekt queere Jugendliche stärken, Unterstützungsmöglichkeiten und Umgangsstrategien aufzeigen.

Neben dem Peer-to-Peer-Ansatz ist es uns auch wichtig, intersektional zu arbeiten: Wir richten unseren Blick auf das System und die Gesellschaft im Allgemeinen, um kleinere Prozesse besser verstehen zu können. Das setzt voraus, dass wir Verhältnisse, die in dieser Arbeit eine Rolle spielen, als Teil eines größeren Ganzen sehen, weshalb für uns (Anti-)Diskriminierung ganzheitlich zu betrachten gilt.

Wir sehen und erleben eine plurale, diverse Gesellschaft, und wollen mit unserem Projekt der tatsächlichen Vielfalt derselben gerecht werden. queer@school ist es wichtig zu berücksichtigen, dass die Identität eines Menschen aus mehreren Merkmalen als Geschlecht, sexuelle und romantische Orientierung besteht, die ineinandergreifen und zusammenwirken. 

So erleben viele LSBTIQA*-Menschen zum Beispiel auch durch Rassismus, Klassismus, Ableismus, Antisemitismus, Sexismus, Antiziganismus, Adultismus, Fettfeindlichkeit, Body-Shaming etc. interpersonelle, institutionelle und strukturelle Benachteiligungen. Wir versuchen in unserer Sprache, unseren Beispielen, Methoden und Didaktik, Mehrfachzugehörigkeit und Mehrfachdiskriminierung mitzudenken, mit zu benennen und zu erklären. Diese Herangehensweise ist als Intersektionalität bekannt. Die Haupt- und Ehrenamtlichen überarbeiten daher stets die Methoden, bilden sich weiter und setzen sich mit den eigenen Privilegien und Diskriminierungserfahrungen auseinander.

Um diese Ziele in der Praxis zu verankern, wollen wir demokratische Strukturen an Schulen fördern und junge Menschen durch Fortbildung und Projektberatung im Themenbereich LSBTIQA*, Diversity und Inklusion begleiten. Die Inhalte zu queeren Lebensweisen werden im Kontext der Selbstermächtigung Jugendlicher zur Vertretung ihrer eigenen Meinungen und Standpunkte vermittelt.

 Um die Qualität unserer Arbeit gewährleisten zu können sind wir an einer nachhaltigen Aus- und Weiterbildung des hauptamtlichen und ehrenamtlichen Teams interessiert. Wir halten uns an die höchsten Qualitätsstandards außerschulischer Bildung bzw. Erwachsenenbildung, und sind diesbezüglich in stetigem Kontakt mit Partner:innenorganisationen.

Unser ehrenamtliches Team wird von der Projektkoordination durch Qualifizierungsmaßnahmen begleitet. Dazu gehören Evaluationen vor und nach den Workshops, Methodentage sowie Teamfahrten, in denen sowohl Didaktik als auch Pädagogik unserer Arbeit besprochen wird.

Für neue Teamende ist eine Hospitationsphase vorgesehen, in der sie vom Team, v.a. den Hauptamtlichen, begleitet werden. Um letztere zu unterstützen sind Intervision und Supervision sowie kollegiale Beratung mit dem gesamten Team, ebenso wie Austausch mit Fachkräften aus anderen Organisationen vorgesehen.

Die Verantwortung der Projektentwicklung und Projektevaluation liegen beim hauptamtlichen Team und werden durch die vorigen Instanzen unterstützt.

Das Jugendnetzwerk Lambda Berlin-Brandenburg e. V. (Lambda BB) ist neben der Arbeit im Rahmen der IGSV (Initiative „Berlin tritt ein für Selbstbestimmung und Akzeptanz geschlechtlicher und sexueller Vielfalt“) in diversen LSBTIQA* Netwerken sowie im Bereich der Jugendhilfe und Sexualpägagik vernetzt. Hierzu zählen alle Projekte, die von der Landesantidiskriminierungsstelle Berlin (LADS) durch den Fachbereich für gleichgeschlechtliche Lebensweisen gefördert sind. Lambda BB koordiniert außerdem das Fachnetzwerk “Queere Jugendhilfe Berlin”. queer@school konnte seit 2012 maßgeblich von den Netzwerkstrukturen des Vereins profitieren und hat diese gleichzeitig ausgebaut. Hinzu kommt, das Lambda BB seit September 2018 als Träger das erste landesweite queere Jugendzentrum anbietet und auch damit die Tragweite des Projektes queer@school ausbauen konnte und weiterhin wird.

Außerdem ist das Projekt Mitglied beim bundesweiten Verein Queere Bildung e.V. und die Projektkoordination von queer@school nimmt regelmäßig am landesweiten Arbeitskreis Sexualpädagogik teil. Ein weiterer starker Kooperationspartner der letzten Jahre war das Theater X, ein künstlerischer und engagierter Betrieb, der politische Bildung, Kampagnenarbeit und den Aufbau eines alternativen und gemeinschaftlich gestalteten Theaterbetriebes im Kiez verbindet.

Universitäten und Hochschulen:

  • Humboldt- Universität zu Berlin
  • Freie Universität Berlin
  • Alice Salomon Hochschule

Jugendbeteiligung und Jugendbildung:

  • Landesschüler*innenausschuss Berlin
  • Wannseeforum Berlin
  • Stelle für Partizipation und politische Bildung des Bezirksamts Pankow
  • Servicestelle Jugendbeteiligung e.V.
  • Landesjugendring Berlin e.V.
  • Archiv der Jugendkulturen e.V
  • Landesfreiwilligenagentur Berlin e.V.
  • Theater X/ Jugendtheaterbüro Berlin

Intersektionale und Antidiskriminierungs-Organisationen

  • Gladt e.V.
  • Migrationsrat Berlin
  • LesMigraS (Antigewalt- und Antidiskriminierungs-Bereich der Lesbenberatung Berlin e.V)
  • I-Päd (Initiative Intersektionale Pädagogik)
  • Ufuq e.V.
  • Institut für diskriminierungsfreie Bildung (IDB)

Queere Organisationen

  • QUEERFORMAT- Fachstelle Queere Bildung
  • Queere Bildung e.V. (Bundesverband für Bildungs- und Aufklärungsarbeit im Bereich sexueller und geschlechtlicher Vielfalt)
  • Queer Leben (Schwulenberatung Berlin e.V.)
  • TRIQ
  • Akademie Waldschlösschen
  • OII Europe
    (Organisation Intersex International Europe e.V.)

Der Horizont der pädagogischen und politischen Ziele, die wir verfolgen, ist rechtlich sowohl im Grundgesetz als auch in der Berliner Verfassung wiederzufinden (Recht auf Diskriminierungsfreiheit und Gleichbehandlung). Spezifisch für den Kontext Schule lassen sich im Berliner Schulgesetz ebenso Nennungen finden (Siehe § 1 und § 2 des Berliner Schulgesetzes). Des Weiteren ist es nicht nur unser Wunsch, dass diese Forderungen eingehalten werden. In Berlin sehen die Rahmenlehrpläne auch eine einheitliche Auseinandersetzung mit Diversität in all ihren Facetten, und spezifisch mit geschlechtlichen und sexuellen Vielfalt, vor.

Die Initiative “Berlin tritt ein für Selbstbestimmung und Akzeptanz geschlechtlicher und sexueller Vielfalt” (IGSV) ist das bindende Glied dieser Regelungen, sie richtet sich an alle in Berlin lebenden Menschen und bildet die politische Klammer für die Arbeit des Berliner Senats zu LSBTI-Themen.

Das Projekt wird gefördert durch

Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie
Initiative Berlin tritt ein für Selbstbestimmung und Akzeptanz geschlechtlicher und sexueller Vielfalt